Gesundheit

Wenn man seinen Lebensmittelpunkt für einige Monate auf ein Kreuzfahrtschiff verlegt, bleibt man natürlich auch hier nicht von den Krankheiten und Wehwehchen des Alltags verschont. Von einer harmlosen Erkältung oder Grippe, über den allseits gefürchteten Norovirus (hoch ansteckende und auf Schiffen schwer kontrollierbare Magen-Darm-Erkrankung) bis hin zu Schlaganfällen, Herzinfarkten oder offenen Brüchen… die Bordärzte und ihr Stab sehen sich regelmäßig mit einem breiten Spektrum von Herausforderungen konfrontiert. 

 

Dementsprechend gut ausgestattet ist auch das bordeigene Hospital, in dem sowohl für die Gesundheit der Gäste, als auch die der Besatzung Sorge getragen wird. Aufgebaut ist das Ganze wie eine Allgemeinarztpraxis an Land, inklusive Rezeption und Wartezimmer mit Zeitschriften. Es gibt eine Intensivstation, Röntgengeräte, Behandlungszimmer und eine sehr gut ausgestattete Bordapotheke. Sogar kleinere Operation können hier durchgeführt werden. Für die Gäste kann eine Behandlung hier schnell sehr teuer werden, da es sich um Privatbehandlungen handelt. Die Besatzung wird hier allerdings im Rahmen des Anstellungsvertrags kostenfrei behandelt. 

 

Die Übernahme der Kosten für medizinische Behandlungen ist im Normalfall im Arbeitsvertrag dokumentiert und wird über deinen Arbeitgeber geregelt. Da wir hier aber keine Garantien oder Rechtsberatungen bieten können, solltest du deinen Vertrag und die Bedingungen der Krankenversicherung genau checken. Wir berufen uns hier in erster Linie auf unsere Erfahrungen mit der Firma seachefs, einem Rekrutierungsunternehmen für Schiffbesatzung. Bitte sehe diese Informationen nicht als bindend, es kommt absolut auf deinen Vertrag und die darin enthaltenen Abmachungen an. 

 

In unseren Arbeitsverträgen wurde beispielsweise festgehalten, dass jede Behandlung – außer zahnärztlichen – übernommen wird. Bei einem Problem mit deinen Zähnen zahlen die meisten Kreuzfahrtunternehmen nur eine Extraktion, Füllungen, Wurzelbehandlungen und ähnliches müssen komplett selbst bezahlt werden. Hier bietet es sich auf jeden Fall an, mit einer entsprechenden Versicherung Kontakt aufzunehmen, um diese unter Umständen teure Vertragslücke zu schließen. 

 

Wenn dir während deiner Arbeit oder Freizeit an Bord etwas zustößt, wirst du zur Behandlung ins Bordhospital gebracht. Der Arzt/die Ärztin dort entscheidet dann, ob man sich an Bord darum kümmern kann, oder ob eine Vorstellung bei einem externen Arzt unumgänglich ist. In jedem Fall wird ab diesem Zeitpunkt alles über das Schiff und die Crew Administration geregelt, du musst nichts selbst unternehmen oder bezahlen. Sollte entschieden werden, dass du das Schiff zur weiteren Versorgung verlassen musst, so wird dein Transport und die weitere Behandlung komplett  

von der Firma übernommen und du bekommst – im Falle von seachefs – deinen Basisanteil des Gehaltes weitergezahlt. Diese Prozedur nennt sich Medical Leave. 

 

Wenn dich eine Erkältung oder eine andere „kleinere“ Krankheit plagt, so beachte bitte, dass es im Normalfall Öffnungszeiten extra für die Besatzung gibt und du auch nur zu diesen Zeiten dort auftauchen solltest. Vorher muss dein Supervisor informiert werden und du brauchst von ihm ein Formular für den Arztbesuch.

Gute Besserung!