Für unsere wöchentliche Serie „Von Crew für Crew – Das Interview“ hat Ben sich in dieser Woche mitten im karibischen Meer an Bord eines großen Kreuzfahrtschiffes mit Bonke von Ahnen getroffen, der schon in verschiedenen Positionen auf Schiffen tätig war und mittlerweile seit 8 Jahren zur See fährt. Viel Spaß mit diesem spannenden und inspirierenden Interview! 


 
Name: Bonke von Ahnen
Alter: gefühlt 25, tatsächlich 52
Beruf: Training & Development Manager 
Wieviel Jahre zur See gefahreninsgesamt nun 8 Jahre
ReedereienSea Chefs im Auftrag von TUICruises 

Bild: Zur Verfügung gestellt von Bonke von Ahnen

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Bonke, du fährst nun wirklich schon eine ganze Weile zur See und hast dabei verschiedene, illustre Posten bekleidet. Magst du uns einen kurzen Abriss deiner Laufbahn auf See geben? 

Da möchte ich schon ein wenig ausholen, aber ich will nicht gleich mein ganzes Leben erzählen. Vor 30 Jahren habe ich mal Koch und Fleischer gelernt und bin durch die Gastronomie und die Flucht vorm Militär nach Berlin gekommen, wo mich weitere Umwege ans Theater am Potsdamer Platz geführt haben. Dort entstanden dann auch die Kontakte, die mich schließlich in die Entertainment-Abteilung von TUI Cruises brachten. Dort habe ich natürlich eine Menge Leute kennengelernt und meinen ersten Zugang zum Schiffsleben bekommen.

Irgendwann habe ich mir dann gedacht: „Ich gehe einen Schritt weiter“ und bin als Human Resources Manager selbst an Bord gegangen, zunächst auf dem „Mutterschiff“ der TUI Cruises Flotte. Nach einigen Verträgen bin ich dann von der Firma seachefs gefragt worden, ob ich nicht als Trainer arbeiten möchte. Und mittlerweile gebe ich nun seit 2013 Schulungen an Bord der verschiedenen Schiffe, in denen ich u. a. „Interpersonal Skills“ unterrichte, also – grob gesagt – die Fähigkeit, miteinander auszukommen.

Arbeiten auf einem Kreuzfahrtschiff

Bonke von Ahnen

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Mittlerweile sind die sogenannten „Bonke-Trainings“ ja auch auf allen Schiffen der Flotte ein geflügeltes Wort. (Bonke lachtDu hast dich ja gerade im Sinne unseres Interviews recht kurz fassen müssen, trotzdem möchte ich natürlich unseren Lesern nicht vorenthalten, dass tatsächlich du mich im Jahr 2009 in deiner Eigenschaft als Casting Direktor für die Firma TUI Cruises verpflichtest hast und ich ohne dich vermutlich nicht seit mittlerweile 9 Jahren zur See fahren würde. 

 

 

Wohl eher mit leichtem Schenkeldruck genötigt. (beide lachen) 

Du warst zur richtigen Zeit am richtigen Ort und ich hab im richtigen Moment den Richtigen angerufen.

Und das hat zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit geführt. 

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Bonke von Ahnen

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Was macht die Arbeit auf einem Schiff in deinen Augen so spannend? Was ist der besondere Reiz, speziell deines Jobs? 

Was mich fasziniert ist die Arbeit mit Leuten. Wenn ich Leute um mich herum habe, die interessant sind – und interessant ist ein weit gefasster Begriff – dann macht die Arbeit Spaß. Und wenn man auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs ist, lernt man eine Menge spezieller Persönlichkeiten kennen. Denn wenn man sich dazu entscheidet, auf einem Schiff zu arbeiten, dann hat man auf jeden Fall schon mal ein „Abenteuer-Gen“ in sich… es sind halt viele – im besten Sinne des Wortes – Verrückte unterwegs auf den Ozeanen.

Ich finde es immer wieder extrem spannend, mit welcher Vielfalt von Charakteren man es zu tun bekommt. Das ist auf der einen Seite ein besonderer Reiz, auf der anderen Seite aber natürlich auch eine Herausforderung. Einer der wesentlichen Vorteile des Kreuzfahrtgewerbes ist aber natürlich auch das Reisen. Ich reise sehr gern und speziell in meinem Job hab ich den Luxus, nicht 4 oder 5 Monate an Bord zu sein, sondern immer nur zehn Tage. Ich reise zwischen den Schiffen hin und her, habe aber auch meine Zeit zuhause. Das macht den Job natürlich auch sehr attraktiv.

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Bonke von Ahnen

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Den Job als Trainer gibt es ja in dieser Form auch an Land, große Unternehmen greifen gern auf solche Fortbildungen zurück, um ihre Mitarbeiter zu schulen. Würdest du sagen, dass die Voraussetzungen an Bord den Gegebenheiten an Land entsprechen? Kann man das überhaupt vergleichen? 

Wenn ich mich mit Trainerkollegen von der Landseite unterhalte, zeigen die sich meistens überrascht, wie viele Inhalte ich innerhalb kurzer Zeit vermitteln muss. Vergleichbare Trainings an Land werden üblicherweise mit drei bis vier Stunden pro Tag, verteilt auf drei bis vier Tage, angesetzt. Von mir wird teilweise erwartet, dass ich das Gleiche in zwei Stunden hinbekomme. Mit einem meiner Lieblingsmodule, „Attitude, Behaviour & Teamwork“, kann man eine Abteilung an Land locker eine Woche lang beschäftigen. Hier werden mir zwei Stunden zugestanden. Das liegt nicht daran, dass man mir die Zeit nicht gönnen würde, das Arbeitsleben an Bord birgt einfach besondere Herausforderungen, in diesem Fall unter anderem die komprimierten Arbeitszeiten.

Genau wie an Land habe ich es in meinen Trainings mit Menschen zu tun, insofern sind die Trainingsmechanismen letztendlich auch nicht anders, als an Land. Allerdings muss man als Trainer berücksichtigen, dass die Mitarbeiter an Bord eine fordernde 7-Tage Woche haben und wenig bis kaum Zeit haben, sich mit dem Gelernten auseinanderzusetzen oder Begegnungen mit Kollegen im Hinblick auf das Training zu reflektieren.

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Bonke von Ahnen

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Du hast ja nun viel über den Reiz und die Herausforderungen in deinem Job gesprochen. Möchtest du im Rahmen dieses Interviews auch teilen, was du als besonders frustrierend empfindest?  

An Universitäten und Schulen – und auch in vielen Trainings an Bord – wird meist sogenannter Frontalunterricht gemacht. Einer steht vorne und redet und die anderen hören zu. Diese Form des Unterrichts versuche ich zu vermeiden, aber dafür bin ich natürlich auch auf Leute angewiesen, die das wertschätzen und offen dafür sind. Wenn die Leute in mein Training kommen, erwarten viele die klassische Form. Wenn ich den Teilnehmern dann eröffne, dass ich das Ganze etwas anders handhabe, können viele damit nicht umgehen.

Außerdem hat das Wort „Training“ an Bord auch durchaus eine gewisse Vorbelastung, weil gerade in den ersten Wochen des Vertrages die Leute mit sehr vielen Trainings befasst sind, die absolut notwendig für die Sicherheit auf dem Schiff und das Leben und Arbeiten dort sind. Darum wird „Training“ oft mit etwas gleichgesetzt, was nervig ist und meine Freizeit kaputt macht, anstatt offen zu sein und zu sehen, wie man für sich persönlich davon profitieren könnte. Ich habe natürlich auch Verständnis dafür, trotzdem würde ich mir als Trainer da natürlich manchmal mehr Offenheit wünschen. 

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Bonke von Ahnen

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Wir sprechen ja mit unserer Seite vor allem auch Menschen an, die mit dem Gedanken spielen, ihren ersten Schiffsvertrag zu fahren. Was sind in deinen Augen zur Zeit die größten Karriere-Chancen auf See? 

Generell ist das natürlich ein kleines Abenteuer, was man sich antut. Und dabei spielt es keine Rolle, in welcher Altersklasse man sich befindet. Wir haben natürlich sehr viele junge Menschen, die zum ersten Mal an Bord gehen, ich sehe aber zunehmend auch die Generation 40+ – ich nenne sie gern „Erwachsene“ oder „Best-Ager“-, die ihr Leben noch einmal umkrempeln wollen.

Die Karrierechancen sind vor allem im Hotel- und Gastronomiegewerbe zur Zeit deutlich größer als an Land, was natürlich auch am großen Mitarbeiterbedarf liegt. Wenn man sich an Bord fortbilden lässt und sich engagiert, dann ist es deutlich einfacher dort Karriere zu machen, als in einem Betrieb an Land. Natürlich muss man die entsprechenden Fähigkeiten mitbringen und man darf auch nicht unterschätzen, dass es ein hartes Brot ist.

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Bonke von Ahnen

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Natürlich gehören zu den für einen beruflichen Aufstieg nötigen Fortbildungsmaßnahmen an Bord auch deine Trainings, in denen du wichtige Werkzeuge für den Arbeitsalltag vermittelst.

Was sind die ersten drei Dinge, die du tust, wenn du deinen Arbeitstag an Bord beginnst? 

 

Als erstes suche ich mir einen Ort, an dem ich meinen Kaffee trinken und dazu eine Zigarette rauchen kann.

Feuer ist naturgemäß eine große Gefahr an Bord, also muss man den perfekten Ort ein wenig suchen.

Im besten Fall esse ich dann noch ein Croissants dazu. Eigentlich ziemlich langweilig. (Bonke lacht) 

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Bonke von Ahnen

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Ach, das kling doch eigentlich nach einem guten Start. Gibt es dementsprechend auch Dinge, die dich abends ins Bett bringen? 

Ob du es glaubst oder nicht: ich nutze den Abend dazu, meine Trainings zu reflektieren und gebe diesen Gedanken auch gern an meine Trainees weiter. Was hat nicht so gut geklappt und was kann ich daran ändern?

Aber ich klopfe mir auch selbst auf die Schulter, wenn etwas besonders gut funktioniert hat.

Das mag etwas übertrieben klingen, aber ich finde das sehr wichtig.

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Bonke von Ahnen

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Also, ich finde diese Form von Reflektion würde vielen Menschen an Bord sehr gut zu Gesicht stehen.  

 

 

Ich habe mir das mal von einem Kollegen abgeschaut und es tut mir sehr gut. Danach folgen natürlich noch die Klassiker: nicht vergessen, den Wecker zu stellen und zu checken: müssen wir eventuell die Zeit umstellen? 

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Bonke von Ahnen

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Spielen wir: „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“. Ohne welche drei Gegenstände würdest du nie aufs Schiff gehen? 

Wer mich ein bisschen kennt, der weiß, dass ich stets drei treue Begleiter bei mir habe. Tembo – ein kleiner grauer Elefant die Maus und der kleine blaue Elefant. Die „Sendung mit der Maus“ hat mit Lernen zu tun, ich finde es immer wieder sehr spannend und glaube, ich bin der älteste Maus-Fan Deutschlands. Die drei reisen immer in meinem Handgepäck mit, seit sie einmal vorübergehend mit meinem Koffer verschwunden waren. Außerdem habe ich natürlich immer mein professionelles Equipment dabei, meinen Rechner… und Wachsmalstifte. Denn wenn dir jemand an Bord Filzstifte gibt, kannst du davon ausgehen, dass die leer sind. Zuletzt habe ich natürlich auch immer die entsprechenden Adapter dabei, die nämlich immer auf allen Schiffen gerade verliehen sind.

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Und wovon nimmst Du grundsätzlich zu viel mit?  

 

Durch die Vielzahl meiner Einsätze habe ich gelernt, mein Gepäck zu minimieren.

Ich habe allerdings natürlich auch die komfortable Situation, dass ich nicht für Monate im Voraus packen muss. Insofern passiert es eigentlich nicht, dass ich zuviele Dinge bei mir habe. Mein Koffer wiegt durch meine Routine immer genau 19,8kg.

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Was ist das Beste an Bord eines Kreuzfahrtschiffes? 

Das Kreuzfahrtgewerbe übt auf mich eine große Faszination aus, eben auch eine Reisefaszination. Und durch die Menge meiner Einsätze und die Vielzahl an Leuten, denen ich in den Jahren begegnet bin, habe ich regelmäßig das Gefühl, nach Hause zu kommen. Dabei geht mir wirklich das Herz auf. Ich bin natürlich auch etwa 8 Monate im Jahr unterwegs… also sind die Schiffe ja durchaus auch wirklich ein Zuhause für mich geworden. Das kann man auf keinen Fall mit einem Job im Büro vergleichen, finde ich… das käme für mich nie wieder in Frage.

Kjell Holm (unser dienstältester Kapitän) hat mir am Anfang meiner Schiffzeit mal gesagt: „Bonke, du kannst ein noch so tolles und technisch hoch gerüstetes Schiff haben; wenn du nicht die richtigen Leute hast, wirst du scheitern. Am Ende bringen die Menschen ein Schiff zum Leben!

Ich denke das trifft es genau!

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Und was ist das Schlimmste? Du darfst gern ehrlich sein!

 

Das Schlimmste ist, dass man im Falle von schlechten Nachrichten nicht besonders schnell dort sein kann, wo man gebraucht wird oder sein möchte. Kürzlich habe ich eine solche Situation gehabt und es tat mir echt weh, in einem solchen Moment nicht als Person vor Ort sein zu können, sondern nur per Telefon und Emails. Zum Glück passiert so etwas sehr selten.

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Was ist dein Lieblingsort an Bord? 

 

An Bord der neuen Generation unserer Schiffe gibt es den „Champagner Treff“. Ein durchaus klangvoller Name, aber vor allem kann man dort auch gemütlich Rauchen. Ich trinke zwar keinen Alkohol, aber ein Kaffee und eine Zigarette dort, mit dem Blick nach draußen… das ist schon was!

Als HR-Manager war mein Lieblingsplatz immer das Crew Deck in der Spitze des Schiffes.

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Auf welches Tablet / Smartphone / Gadget schwörst Du?  

 

Auf mein MacBook Air 13“, Ende 2010 würde ich auf keinen Fall mehr verzichten wollen. Es begleitet mich seit 2013 durchgängig, ohne Stress zu machen. Es ist leicht und das Plug & Play funktioniert überall einwandfrei, während die Kollegen mit ihren Rödelkisten teilweise ewig brauchen, um Beamer und Rechner zu starten.

Außerdem schwöre ich auf mein iPad-Mini mit angefügter Tastatur, man kann es wie einen kleinen Rechner benutzen.

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Hast du derzeit eine Lieblings-App?  

 

Marine Traffic“, eine tolle App mit der man verfolgen kann, wo sich unsere Schiffe befinden, aber natürlich auch andere Schiffe, die mir auf meinen Reisen begegnet sind oder von denen ich schon einmal gehört habe.

Das finde ich immer spannend! 

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Bonke von Ahnen

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Was war dein bestes Erlebnis während der Schiffszeit? 

Ich habe wirklich viele tolle Sachen erlebt, aber eine Sache hat sich mir besonders eingeprägt. Als ich noch HR-Manager war, kamen vier indonesische Crewmitglieder mit der Frage auf mich zu, ob ich ihnen einen Raum zur Verfügung stellen könnte. Auf meine Frage nach dem Anlass erzählten sie mir, dass sie den „Galugan-Day“ feiern wollten. Ich hatte natürlich keine Ahnung, was das bedeutet und habe es mir erklären lassen. Es handelt sich um einen speziellen, balinesischen, spirituellen Feiertag, der den Menschen dort sehr viel bedeutet. Ich habe dann einen Raum organisiert und auf Anfrage auch das mit dem Essen und Trinken geregelt. Aus Dankbarkeit haben die Jungs und Mädels mich eingeladen, mitzufeiern.

Als der Tag da war habe ich zunächst noch mit mir gehadert, ob ich überhaupt hingehe, habe mich dann aber nach einem langen Tag nochmal aufgerafft. Als ich dann in die Staff Mess kam… ich kriege heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Der Raum hatte sich echt in eine Kathedrale verwandelt. Alles war liebevoll dekoriert, es gab Gemüse und Früchteschnitzereien, die ich noch auf keinem Gästebuffet gesehen habe und die Teilnehmer waren in prachtvolle Trachten gekleidet. Ich frage mich bis heute, ob in deren Koffern außer den Trachten noch andere Dinge Platz hatten. Es war eine sehr besondere Atmosphäre und ich war einfach geflasht. Ich fand es furchtbar beeindrucken: eine kleine Gemeinde, weit weg von Zuhause, voll von Heimweh, kommt an diesem Ort zusammen und feiert diesen besonderen Tag. Und ich durfte dabei sein.

Das werde ich nie vergessen!

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Welcher ist dein absoluter Lieblingshafen? Warum? 

 

Auf jeden Fall Valetta, Malta.

Es ist dort so malerisch, alles ist vom Schiff aus erreichbar, es gibt eine tolle Altstadt mit Restaurants und Cafés und es ist alles nicht so kompliziert wie in anderen Häfen.

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Bonke von Ahnen

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Ich finde, auch die Ein- und Ausfahrt ist dort einfach spektakulär. Die alten Mauern, das weiche Abendlicht auf dem Sandstein… toll!

Wo hast du das beste Lunch gehabt und was gab es? Erzähl uns von dem Moment:was hast du erlebt, wie bist du dazu gekommen? 

Mir wurde im Hafen von La Spezia von Einheimischen eine kleine Pizzeria empfohlen. Man sagte mir, ich solle mich vom Äußeren nicht täuschen lassen, die Pizza sei gut. Als ich in den neonbeleuchteten Laden kam, fand ich dort diese typische „liebevolle Lieblosigkeit“ vor, die oft die besten Insider-Tipps unter den Restaurants auszeichnen.

Der Laden war voll, überwiegend Hafenarbeiter und ich war der einzige, der nicht wie ein Italiener aussah. Als ich eine Pizza bestellen wollte, hat mir der Kellner gesagt, dass er gerade Kalbsteak da hat. Ich dachte mir: „Gut, wenn du Kalbsteak da hast und das lecker ist, dann bitte!“… und daraufhin habe ich ein Kalbsteak bekommen, das ich mein Leben lang nicht mehr vergessen werde! Der absolute Hammer. Ein Kalbskotelett runtergeschnitten, gebraten auf den Punkt, Salz, Pfeffer, Zitrone, ein bisschen Salat dazu… fertig!

Wenn ich mal wieder nach La Spezia komme… das „El Sole Mio“ werde ich auf jeden Fall anlaufen.

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Das klingt unglaublich gut! Und ehrlich gesagt bin ich sehr gespannt, ob jemand aus unserer Leserschaft dieses Laden bereits kennt und ähnlich tolle Erfahrungen dort gemacht hat.

Was ging dir durch den Kopf 24 Stunden vorm Abflug zu deinem ersten Schiffseinsatz? 

 

Ich habe zwar gewusst, dass ich das Richtige getan habe, aber auch wenn ich durchaus mit einem gesunden Selbstbewusstsein ausgestattet bin hab ich gedacht „Hoffentlich kriege ich das alles hin.“.Mein Aufstieg wurde vorgezogen, alles ging recht schnell und ich hab einfach gehofft, dass ich den Anforderungen gerecht werden kann. Geklappt hat dann natürlich alles ganz gut.

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Welchen Ratschlag würdest du dir selbst zu Beginn deiner Schiffslaufbahn geben? 

 

Ich würde nicht so schrecklich viel anders machen, aber ich würde mir selbst raten, anders mit mir selbst umgehen.

Ich glaube ich würde sagen: „Bonke, geh es mal etwas langsamer an!“. Geduld ist wichtig, nicht alles auf einmal machen wollen, Schritt für Schritt vorangehen. Es ist alles okay so, aber ich habe mich damals schon ein bisschen selbst vor mir hergetrieben.

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Möchtest Du noch ein paar weise Worte an die Seefahrergeneration von morgen richten? 

Fast jeder denkt im Laufe seines Lebens darüber nach, eine Kneipe zu eröffnen, jemanden umzubringen oder zur See zu fahren.

Ich kann nur raten zur See zu fahren! Jedem, der überlegt, das tatsächlich zu machen, kann ich nur empfehlen: probiert es! Es ist eine gute Erfahrung, es macht Spaß und man lernt viel über sich selbst. Man wird an seine eigenen Komfortzonengrenzen geführt und das ist nie schlecht.

Das Kreuzfahrtgeschäft ist ein emotionales Gewerbe, die Gäste buchen aufgrund von Emotionen und die meisten Leute aus der Crew wählen diesen Arbeitsplatz aufgrund von Emotionen. Wenn man das im Kopf behält und sich seine Offenheit und seine Leidenschaft bewahrt, kann man sehr viel Spaß haben und sein Leben gut bestreiten – entweder nur kurzfristig oder auch für eine lange Zeit.

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Bonke von Ahnen

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Bonke, ich möchte mich bei dir herzlich für das inspirierende Gespräch bedanken, das Interview hat wirklich Spaß gemacht.  

 

 

 

Sehr gerne. 

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Bonke von Ahnen

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WIR HOFFEN, UNSER INTERVIEW MIT BONKE HAT EUCH GEFALLEN UND IHR KONNTET WAS MITNEHMEN.

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